Donnerstag, 27. Dezember 2007
Am Klavier
Zärtlich umspielen die Finger die Tasten,
ohne zu ruhen und ohne zu hasten
gleiten sie sorgsam über Schwarz oder Weiß,
mal zaghaft, mal kräftig, mal laut und mal leis’.
Du sitzt aufrecht, erhaben, beinahe Stolz,
herrschst musizierend über Saiten und Holz.
Dein Auge ist wachsam; dein Blick, konzentriert,
hat aufmerksam Noten und Zeichen fixiert.
Dein Fuß wippt im Takt auf dem rechten Pedal,
du produzierst Töne unendlicher Zahl,
die emporsteigen, sich suchen, sich finden,
sich perfekt zu Melodien verbinden.
Schluss-Akkord, leuchtende Augen und Lachen,
im mir konntest du dein Feuer entfachen.
Deine Musik hat mich berührt und befreit,
sie ist Euphorie, Hoffnung, Sorglosigkeit.
Donnerstag, 27. Dezember 2007
Danach
Nach dem Warten auf Braten
und dem Denken an Schenken,
nach dem Trubel der Tage
bleibt letztlich die Frage
und wo war jetzt Gott?
Donnerstag, 20. Dezember 2007
Weihnachten
Du freust dich über Geschenke,
über Karten, über Geld.
Doch in Wahrheit ist es Liebe,
die heute ganz besonders zählt.
Gib deinen Freunden, Eltern, Nachbarn
Liebe ab soviel du kannst!
Am Abend wirst du staunend merken,
dass du vor Weihnachtsfreude tanzt.
Mittwoch, 12. Dezember 2007
Tod der Demokratie
Ein lupenreiner Demokrat
regiert den größten Flächenstaat.
Er spricht in salbungsvollem Ton
vom Glück und Wohlstand der Nation.
Es zauberte seine Partei
den Wahlsieg aus dem Hut herbei.
Inzwischen sorgt die Fußarmee
für Ruhe in der Querallee.
Dort demonstrieren - unbestellt -
die Gegner ihrer neuen Welt.
Sie prügelt, droht und inhaftiert,
bis sich der kleine Kreis verliert.
Für ihren Widerstand und Mut
lassen die Aufständischen Blut.
Schriftsteller, die Wahres schrieben,
wurden in den Tod getrieben.
Die Folgen kühner Offenheit
sind Hass und Arbeitslosigkeit.
Im Ausland hat man resigniert,
zu stark ist der, der dort regiert.
Mit Rohstoffen aus seinem Land
hält er uns eisern in der Hand.
Protestgeschrei, das leise schallt,
ist schon am nächsten Tag verhallt.
Mittwoch, 5. Dezember 2007
Liebesgedicht
Versuche ich, es zu beschreiben,
gehen mir die Worte aus.
Versuche ich, es einzukleiden,
kommt kein Bild aus mir heraus.
Wie kann ich sie in Worte fassen?
Freiheit, Schönheit, Zärtlichkeit.
Wie Bilder finden, die hier passen?
Beschreibe Unbeschreiblichkeit.
Ich kann mich noch nicht ganz verstehen,
was ich sehe, sah ich nie.
Doch will ich es auf ewig sehen!
Real - fernab der Phantasie.