Donnerstag, 29. Mai 2008
Mondscheinsonate
Verschüchtert schleicht der müde Mond
zu seinem Arbeitsplatz empor.
Der Mond, der über allem thront,
sieht scharf und hat ein waches Ohr.
Der Mond erhellt die Nacht der Welt
seit vielen tausend Jahren schon,
doch dringt zu ihm ans Himmelszelt
seit Jahren schon der selbe Ton.
Schreie der Armen und Gequälten
und derer, die sich grässlich hassen,
die arroganten Auserwählten
ließen den Mond im Nu erblassen.
Gerne hätte unser Mond
den Dienst schon lange eingestellt.
Stattdessen strahlt er, wie gewohnt,
blass, aber hell, auf diese Welt.
Insgeheim fragt er sich still,
wie lange er noch scheinen will.