Donnerstag, 5. April 2007

Sternschnupfen

Luisa war drei, als sie Wörter kreierte,
so rief sie laut “Sternschnupfen!”,
wenn sie sah, dass ein Meteorit
an der Erdatmosphäre krepierte.

Natürlich wollte sie so auf Schnuppen hinweisen,
doch war es ihr schnuppe,
dass Schnuppen nicht Schnupfen
sondern ganz einfach nur Schnuppen heißen.

Heute ist Luisa älter,
sie geht in die Schule.
Aber der Umgang ist nun anderer Art:
Für Schnupfen statt Schnuppen
steht jetzt ein Fehler im Diktat…

War es nicht schön, so klein,
abhängig und zugleich frei zu sein?
Wir Altgewordenen haben eine Lektion zu erlernen:
Wir müssen die Welt sehen wie ein Kind!
Sonst sind wir - und bleiben für immer - blind.

4 Kommentare zu „Sternschnupfen“ »»

  1. Rico sagt:

    http://ricosweblog.blogspot.com/2006/11/vom-wahren-leben-2.html

    verwandt :O

  2. David sagt:

    :-) Tatsache.
    Dabei hatte ich deinen Post aus dem November gar nicht gelesen!

    Bei mir war das gestern Abend so: In der N5 (CVJM Wohnung) war ein kleines Mädchen (Luisa), das früher immer “Sternschnupfen” gesagt hat… Björn hat mir dann den Auftrag gegeben, ich soll doch mal ein Gedicht über “Sternschnupfen” schreiben - da kam dann das hier bei raus! :-)

    Cooler Post, und auch cool, dass man manchmal denselben Gedanken hat!

    David

  3. Björn Wagner sagt:

    Unglaublich.
    Ich staune.
    Und fühle mich als Kind.
    Aber das kann ja auch daran liegen.
    Das ich nicht nur eins habe.
    Sondern immer war und bin.
    ;-)

  4. Barbara sagt:

    Wow! Bin tief beeindruckt!
    Und werds natürlich an Luisa weiterleiten, dass sie dank Dr. Westenfelder in die Literaturgeschichte eingehen wird;-)

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