Sonntag, 27. Mai 2007

Hungerbauch

Obwohl ich gerade gegessen hab’
hält mich schon wieder der Hunger auf Trab.
Er scheucht mich zum Kühlschrank, den mach ich auf -
Nahrung gegen den Hungerbauch!

Zum Glück kann ich hier hemmungslos fressen
und nach kürzester Zeit ist der Hunger gegessen.
Unmöglich, dass man so viel essen kann -
Ich fühle mich regelrecht aufgebläht an!

Wie ist es da eigentlich, gar nichts zu haben?
Und buchstäblich am Hungertuch zu nagen?
Im schrecklichsten Leid, in elender Not -
Dort ist der Hunger das tägliche Brot…

Freitag, 25. Mai 2007

Selbstgefälligkeit

Die Gesellschaft wird von der Schönheit bestimmt.
Wer traut sich schon noch, hinauszugehen
ohne dabei “perfekt” auszusehen?
Perfekt wie jene, die die großen Idole sind.

Wir sind auf nichts als das Aussehen getrimmt,
sollen den Spiegel um Gnade anflehen,
uns unsere Hässlichkeit eingestehen -
wir bleiben für die eigene Schönheit blind.

Wie viele sind es, die sich täglich betrügen,
weil sie angeblich der Norm nicht genügen.
Sie hassen sich selbst - trotz strahlender Schönheit!

Doch Selbstbewusstsein ist überlebenswichtig,
sich selbst zu gefallen mehr als richtig.
Ich verlange etwas mehr Selbstgefälligkeit!

Dienstag, 22. Mai 2007

Kontaktanzeige

Ich habe stramme, muskulöse Waden
und gehe gern im Sommer baden.
Ich bin immer für dich da -
und ein Witzbold… hahaha.

Von Bildung weiß ich furchtbar viel,
ich kleide mich im Jugendstil.
Mich ziert ein männliches Gesicht -
und das bei Idealgewicht!

Nein, lass mich ehrlich zu dir sein:
Die ersten Verse waren Schleim!
Vergiss das seltsame Gedicht -
so wie ich schrieb, so bin ich nicht!

Dafür aber ganz nett.
Und gut im Kochen.

Sonntag, 20. Mai 2007

Der Hartnäckige

Sei doch feige, los, lauf!
Wo du auch hingehst,
ich sammle dich auf.

Flieh doch vor mir, du kannst gehen!
Wo du auch feststehst,
ich werde dich sehen.

Prüfe mich doch, verlass mich!
Wo du auch hinfällst,
ich fange dich.

Bitte mich doch, bedränge mich!
Welche Frage du stellst,
ich höre dich.

Ich gehe überall mit dir hin.
Weil ich dich liebe.
Und hartnäckig bin.

Freitag, 18. Mai 2007

Gedankensprung

Häufig sinniere ich
über das Ende des Lebens.
Häufig frage ich mich:
“Ist alles vergebens?”

Nur Mühe, nur Frust?
Ohne Lohn und Gewinn?
Ohne Ziel oder Sinn?
Ohne Freude und Lust?

Doch dazu mir fällt Folgendes ein:
Wenn das Sterben so fürchterlich ist
und du voll grässlicher Angst vor ihm bist -
ist es da nicht verdammt praktisch,
unsterblich verliebt zu sein?

Mittwoch, 16. Mai 2007

Träumereien

Ich wäre gern ein Mensch mit Ruf,
der unfassbare Werke schuf,
der neue Kontinente fand
oder glänzte vor Verstand;
den jeder kleine Schulbub kennt,
weil man die Schule nach ihm nennt.

Ich möchte einen Namen haben,
den später die Alleen tragen,
der auf den höchsten Scheinen prangt
und tiefste Hochachtung verlangt.
Er wird gemeißelt stehen in Stein,
in Ewigkeit unsterblich sein.

Doch von solchen Träumereien
sollte ich mich nun befreien.
Niemals erlang’ ich diesen Ruhm,
nicht durch Denken, nicht durch Tun.
Und bin ich noch so sehr versessen -
man wird mich irgendwann vergessen.

Jedoch ist dies nicht weiter schlimm,
wenn ihr mich annehmt, wie ich bin.
Meißelt mich auf eure Steine,
druckt mich auf die schönsten Scheine.
Wir alle können sie vergeben:
Die Unsterblichkeit im Leben.

Donnerstag, 10. Mai 2007

Dein Schmerz

Dein stummer Blick, dein dumpfer Schmerz,
dein Meer aus nassen Tränen,
erschüttert mich, durchbohrt mein Herz,
sucht schamlos, mich zu lähmen.

Ein Zittern, es ist kaum zu hören,
verdunkelt deine Stimme.
Es soll mich bitterlich verstören,
betäubt all meine Sinne.

Die Wangen sind vom Weinen warm,
ich kühl’ sie mit den Händen.
Verzweifelt halt’ ich dich im Arm,
kann keinen Trost mehr spenden.

Deine Nasenflügel beben,
die Stirn in tiefen Falten.
Dein Blick wird mich auf ewig prägen,
mein Herz vom Schmerz gespalten.

Dienstag, 8. Mai 2007

Aus heiterem Himmel

Viele sagen ja, Obst würde nützen,
es könne den Körper mit Fruchtzucker stützen.
Dennoch aber ist Vorsicht geboten -
Vor allem bei rotfleischigen Exoten.
Mann muss sich vor tückischem Fallobst schützen!

Zwar interessierte es mich nicht die Bohne,
als neulich eine Wassermelone,
die man zuvor durch die Luft eiern sah,
auf meiner Birne geborsten war.
Doch bei den Nüssen war es nicht ohne…

Freitag, 4. Mai 2007

Mit Dir

Ich habe Ja gesagt zu Dir.
Seitdem lebst Du mein Leben mit mir.
Tag für Tag und Nacht für Nacht,
ich habe geweint, geschrieen, gelacht.
Ich lebte gern und weniger gern,
Du warst mir so nahe, so fremd, so fern.

Doch wenn ich verzweifelt nach Dir rief,
Deinen offenen Armen entgegenlief,
mich in tiefen Depressionen befand
oder vor gähnenden Abgründen stand,
vor tristen Mauern aus tiefschwarzem Stein -
ich musste niemals ohne Dich sein.

Meine Entscheidung ist unverbesserlich.
Wo wäre ich heute ohne Dich?
Mein Leben würde regiert von nichtigen Dingen,
die das Herz der grauen Masse gewinnen.
Jetzt schwimme ich anders, gegen den Strom.
Du schenkst mir deine Liebe zum Lohn.

Danke, dass es diesen Abend gab,
ich habe zu Dir Ja gesagt.
War fern von Dir, war fremd, war nah.
Doch heute wird mit eindrucksvoll klar:
Es geschah nur Gutes mit mir,
Perfektes, in all den Jahren mit Dir.

Dienstag, 1. Mai 2007

Lebensreflexion

Was, wenn ich plötzlich vor dir stehe?
Wenn du mich meinem Leben entreißt,
mir kraftvoll deine Allmacht beweißt.
Was, wenn ich die letzten Meter gehe?

Wenn ich dir morgen ins Angesicht sehe,
du vor mir meine Fehler aufreihst
oder mir all meine Sünden verzeihst,
wenn ich um Vergebung flehe.

Du wirst mich nach meinem Handeln fragen,
was soll ich erwidern - kann ich sagen,
ich hätte dir Ehre beschert?

Warst du der Vater, ich der Sohn?
War ich meines Schöpfers Lohn?
Oder war mein Dasein nichts wert?