Freitag, 28. September 2007

Die Taumelnden

All die Trauernden, Verletzten,
die Geplagten, Ausgesetzten,
die Gejagten, die Gehetzten,
die wir einst als kraftvoll schätzten -
sie sitzen hier, suchen nach dir,
tränendes Wir, gleich neben mir.

All die Einsamen, die Kleinen,
die an meiner Schulter weinen,
suchen nach dem Weg, dem einen,
lass die Sonne für sie scheinen!
Die in Tränen Aufgelösten -
wo bist Du, um sie zu trösten?

Allein gelassen, aufgewühlt,
sie lieben, hassen, ausgekühlt,
sie haben Schmerz und Angst gefühlt,
im Nichts nach Antworten gewühlt.
Hörst du Schreie zu dir schallen?
Lass die Taumelnden nicht fallen!

Dienstag, 25. September 2007

Mehr Rennen

Mein Leben ist Rennen
und Rennen mein Leben.
Dich sehen, uns trennen
nichts nehmen, viel geben.

Ich renne ohne Unterlass!
Verzweiflung, Panik, Nächstenhass!

Wie oft bin ich schon gerannt?
Die Rücklichter der Bahn
von hinten nur erkannt.
Fahrplan, Verfolgungswahn.

Ich darf niemals stehen bleiben!
Weiter laufen, weiter schreiben!

Lustlos, Pflicht verpflichtet
Pflicht ruft auch ohne Lust.
Lautlos, Angst gedichtet
nicht ganz dicht, Lustverlust.

Der schönste Sand rinnt durch die Hand!
Schon ausgebrannt, zuviel gerannt.

Donnerstag, 20. September 2007

Wertschätzung

Bitte lass uns nie vergessen,
was wir aneinander haben.
Bitte lass uns wie besessen,
füreinander Sorge tragen.

Über Jahre und Jahrzehnte
will ich das Gefühl verstehen,
als mein Herz sich danach sehnte,
meine Liebe zu gestehen.

Lass uns nie Respekt verlieren,
nicht vor dir und nicht vor mir.
Lass uns nicht in Kälte frieren,
Wärme schenken, mir und dir.

Unser Glück, zu zweit zu sein,
die verliebte Zweisamkeit
soll wertvoll, kostbar, heilig sein
Niemals Selbstverständlichkeit.

Sonntag, 16. September 2007

Einfach Glauben

Deine Wege, deine Straßen,
deine Strecken will ich gehen.
Nicht verharren, nicht verzagen,
nicht erschrecken, sie verstehen.

Du hast Anfang, du hast Ende
und die Zeit dafür gemacht.
Hast den Plan, den ich verstände,
wenn ich du wäre, erdacht.

Der Sinn, der Zweck und alle Ziele
liegen nur in deiner Hand.
Du tust nichts, was nicht gefiele,
du planst gründlich, mit Verstand.

Vor offenen Fragen ratlos stehend
wende ich mich ab von dir.
Die Antwort schon seit langem sehend
holst du mich zurück zu dir.

Ich muss nichts wissen, muss nichts kennen,
um keine Freude mich berauben.
Ich muss dir keine Stärken nennen,
nichts befürchten. Einfach glauben.