Mittwoch, 12. Dezember 2007

Tod der Demokratie

Ein lupenreiner Demokrat
regiert den größten Flächenstaat.
Er spricht in salbungsvollem Ton
vom Glück und Wohlstand der Nation.
Es zauberte seine Partei
den Wahlsieg aus dem Hut herbei.

Inzwischen sorgt die Fußarmee
für Ruhe in der Querallee.
Dort demonstrieren - unbestellt -
die Gegner ihrer neuen Welt.
Sie prügelt, droht und inhaftiert,
bis sich der kleine Kreis verliert.

Für ihren Widerstand und Mut
lassen die Aufständischen Blut.
Schriftsteller, die Wahres schrieben,
wurden in den Tod getrieben.
Die Folgen kühner Offenheit
sind Hass und Arbeitslosigkeit.

Im Ausland hat man resigniert,
zu stark ist der, der dort regiert.
Mit Rohstoffen aus seinem Land
hält er uns eisern in der Hand.
Protestgeschrei, das leise schallt,
ist schon am nächsten Tag verhallt.

Ein Kommentar zu „Tod der Demokratie“ »»

  1. Jens sagt:

    Wo die Demokratie noch nie lebte, da kann sie auch nicht sterben. Leider werden die Demokratiebewegungen in Russland vom Westen überschätzt. Was sind bitte 3000 Demonstranten in einer 5Millionen Stadt? Das interessiert in Russland keinen, die Bevölkerung ist zufrieden, 70% befürworten Putins Politik.

    Es ist natürlich ein trauriger Zustand, aber Russland wird in naher Zukunft keine Demokratie haben.
    Das Gedicht finde ich sehr gelungen, so lassen sich der Prozess und die beschriebenen Zustände doch leicht auf andere Länder übertragen.

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