Freitag, 17. Oktober 2008

Blickkontakt

Plötzlich zwei Augen, die strahlen,
die funkeln und untermalen,
was es bedeutet, zu leben:
einander Hoffnung zu geben.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Assoziationen vor Mitternacht

Ich will dich so gern in den Armen halten
und spüre nur meine Füße erkalten.
Der Regen tropft gleichförmig nass auf das Glas
und erinnert an Rennen im taufeuchten Gras.
Statt strahlendem Himmel nur schweigende Wand
mein Mund ohne Mund, meine Hand ohne Hand.
Windschiefe Türme aus brennenden Fragen,
die aus dem Nichts in den Himmel aufragen,
die Sommer und Jahre spürbar verkürzen.
Um irgendwann bröckelnd auf mich zu stürzen?

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Weichen

Deine Ansprüche an dich
wurden höher mit den Jahren.
Trugbilder sind innerlich
schon seit Jahren festgefahren.

Du im Anzug, schlank und reich!
Das Haus, die Kinder, der Garten.
Du im Aufzug, krank und bleich?
In Armut Hilfe erwarten.

Du als Autor - in Paris!
Diskutieren mit den Dichtern.
Du im Alter. Rente: Mies.
Enkel mit langen Gesichtern.

Wo ist Wirklichkeit, wo Schein?
Wie sind Traum und Trug zu trennen?
Du suchst Sinn in deinem Sein,
erstrebst lebenslanges Lernen.

Welche Weichen wohin stellen?
Die Entscheidung zementieren?
Schnell musst du sie plötzlich fällen,
darfst nie wieder revidieren.