Sonntag, 14. Juni 2009
Soldat sein
Du rennst im Regen und Schweißperlen rinnen
und klammern sich an die Haare und brennen
und röhrend rauscht dir das Blut in den Ohren
und verklebt deinen Gaumen salzig und fad
Schon hinter und über und neben dir Tod
die schmatzenden Stiefel dumpf donnernd im Schlamm
Du atmest die dickflüssig-dampfende Luft
stürmst stampfend in Freiheit und Stille und spürst -
doch lebenslang Leere und Scherben und Leid
17. Juni 2009 um 12:24
hui….
22. Juni 2009 um 12:42
hallo mein lieber,
ohne reim,
trotzdem fein!
ich freue mich schon auf mehr davon..
27. Juni 2009 um 16:07
david.
ich bin geschockt.
alter, ich wusste gar nicht, dass du sowas kannst. reden und gute worte finden ja schon immer, aber sowas.
ab sofort stehst du auf der liste der menschen, die ich bewundere ganz oben. krass.
28. Juni 2009 um 13:19
Hallo…
sehr außergewöhnlich und mit ganz viel Tiefe, hat mir super gut gefallen :o)
Ein lieber Gruß von Autorin zu Autor :o)
Manuela
3. Juli 2009 um 22:03
In diesem Gedicht passt alles, super konstruiert. Aber eins verstehe ich nicht: warum “Soldat sein”?
7. Juli 2009 um 13:23
“Soldat sein”, weil es in diesem Gedicht um einen Soldaten im Kampfeinsatz geht. Der rennen muss, Angst hat, dessen Stiefel im Schlamm stecken, dessen Mitmenschen um ihn herum sterben, der sich in “Freiheit” retten kann und mit dem Leben davon kommt - aber sein restliches Leben von den Bildern und Gedanken und dem Grauen des Krieges verfolgt wird.
Das Gedicht entstand nach einer sehr eindrücklichen Passage über den Zweiten Weltkrieg in Uwe Timms Roman “Am Beispiel meines Bruders”.
Soweit die Kurzinterpretation.
Liebe Grüße!
David