Montag, 22. Februar 2010
Kahl
Zurück in meinem Zimmer leuchtet
keine Kerze liebevoll
Nur noch Neon angefeuchtet
und der Straße Donnergroll
Das alte Bett zu klein für zwei
scheint alleine übergroß
Der weißen Wände Hohngeschrei
stellt mich schlaflos grübelnd bloß
Kein weiches Haar nur harte Kissen
Nicht Kopf nicht Fuß nicht Kuss nicht Du
Ich streichle nur das Dichvermissen
und decke mich mit Schwermut zu
Sonntag, 21. Februar 2010
Der Stadtmensch
Schluck mich, nimm mich, fremde Stadt,
auf in deiner grauen Masse.
Beiß mich, friss dich an mir satt,
präge, drück mich matt und glatt,
dass ich in die Masse passe.
Mittwoch, 10. Februar 2010
Letzte Worte
Auf der Reeperbahn nachts um halb vier
(ob du ein Mädel hast oder ein Bier)
rast ein Krankenwagen herbei,
denn der eine liegt da seit drei.
Sie tragen den Kiezkönig fort.
Ach: Schnaps war sein letztes Wort.