Samstag, 8. November 2008

Auf der Flucht

Ausdruckslose Dunkelheit
durchbohrt von weißen Lichtern
reflektierte Müdigkeit
aus gähnenden Gesichtern

Gelbe Pfeile in der Nacht
verzerren die Gedanken
Die erdrückend kalte Pracht
aus graubemalten Planken

Auf der Flucht zu dir bin ich
in Finsternis gefangen
alle Sehnen sehnen sich
jetzt zu dir zu gelangen

Stetig quält die Nacht mit Macht
heiße Einsamkeit in mir
Erst wenn hell der Tag erwacht
finde dankbar ich zu dir

Freitag, 17. Oktober 2008

Blickkontakt

Plötzlich zwei Augen, die strahlen,
die funkeln und untermalen,
was es bedeutet, zu leben:
einander Hoffnung zu geben.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Assoziationen vor Mitternacht

Ich will dich so gern in den Armen halten
und spüre nur meine Füße erkalten.
Der Regen tropft gleichförmig nass auf das Glas
und erinnert an Rennen im taufeuchten Gras.
Statt strahlendem Himmel nur schweigende Wand
mein Mund ohne Mund, meine Hand ohne Hand.
Windschiefe Türme aus brennenden Fragen,
die aus dem Nichts in den Himmel aufragen,
die Sommer und Jahre spürbar verkürzen.
Um irgendwann bröckelnd auf mich zu stürzen?

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Weichen

Deine Ansprüche an dich
wurden höher mit den Jahren.
Trugbilder sind innerlich
schon seit Jahren festgefahren.

Du im Anzug, schlank und reich!
Das Haus, die Kinder, der Garten.
Du im Aufzug, krank und bleich?
In Armut Hilfe erwarten.

Du als Autor - in Paris!
Diskutieren mit den Dichtern.
Du im Alter. Rente: Mies.
Enkel mit langen Gesichtern.

Wo ist Wirklichkeit, wo Schein?
Wie sind Traum und Trug zu trennen?
Du suchst Sinn in deinem Sein,
erstrebst lebenslanges Lernen.

Welche Weichen wohin stellen?
Die Entscheidung zementieren?
Schnell musst du sie plötzlich fällen,
darfst nie wieder revidieren.

Mittwoch, 24. September 2008

Alter Bekannter

Er steht unvermittelt da
und was gestern Alltag war,
gilt ab heute niemals mehr.
Er, die letzte Sicherheit,
hält sich täglich neu bereit,
hinterlässt die Fülle leer.
Er kommt stets zur falschen Zeit,
zwingt zu Ernst und Bitterkeit.
Man verdrängte ihn zu sehr.

Montag, 8. September 2008

Strenge Stadt

In einer Straßenbahn bei Nacht
ist Offenheit nicht angebracht.
Niemand ist da, der zaghaft lacht,
der lächelnd Menschen Freude macht.
Jeder ist stets darauf bedacht,
dass neben ihm die Strenge wacht.

Bloß nicht zeigen, was wir fühlen!
Hartes Herz herunterkühlen!

Geistig längst auf allen Vieren
zählt es nur zu funktionieren,
Emotionen einzufrieren.
Erst Gefühle isolieren
und dann traurig registrieren,
dass wir Menschlichkeit verlieren.

Mittwoch, 6. August 2008

Ebbe

War da nicht eben noch Meer?
Da war doch eben noch mehr!
Plötzlich statt Meer eher Teer,
statt unbeschwert eher schwer,
statt voll von Meer eher leer.
Leeres Meer ängstigt mich sehr,
gebt mir mein Meer wieder her!

Samstag, 26. Juli 2008

Ab heute soll es Liebe sein

STROPHE I:
Heute ist der Tag der Tage, ihr schließt den Bund des Lebens.
Ein Tag, der wie kein zweiter ist, ein Tag des Glücks, des Segens.
Von fern, von nah ist man gekommen, euch zu gratulieren.
Eure Erinnerung daran werdet ihr nie verlieren.

KEHRVERS:
Ab heute soll nur Liebe sein in eurem Tun und Handeln,
denn Liebe kann das schlimmste Leid in Lebensfreude wandeln.
Seid ein Licht für diese Welt, ein Funken Hoffnung in der Nacht.
Was in euren Herzen brennt, ist für die Ewigkeit entfacht.

STROPHE II:
Geht gemeinsam durch die guten und durch die schlechten Zeiten.
Es rufen neue Ufer, doch die Liebe wird euch leiten.
Auch nach Monaten und Jahren im Paradies auf Erden
Soll eure Liebe kostbar sein, nicht selbstverständlich werden.

BRIDGE:
Fangt euch gegenseitig auf, was immer auch geschieht,
alles, was ihr braucht, ist Liebe – Love is all you need.

Sonntag, 20. Juli 2008

Zwölf Fragen

Ist die Krone der Schöpfung erschöpft?
Das Haupt der Evolution geköpft?
Der Planet zur Genüge geschröpft?

Antidepressiva statt Liebe?
Statt Zärtlichkeit Tritte und Hiebe?
Siegen schließlich viehische Triebe?

Knicken wir vor Beeinflussung ein?
Lasse ich meinen Nächsten allein?
Lässt du dein Allgemeindenken sein?

Sieben Milliarden auf engstem Raum?
Jeder kennt sich, die anderen kaum?
Zerstört Egoismus jeden Traum?

Samstag, 19. Juli 2008

Mauer

Das Licht surrt unerträglich laut,
die Mauer, die sich in mir baut
schaut in mich, mein Herz umschließend.
Jetzt gewinnt sie neue Steine,
Stein auf Stein, lässt mich alleine,
meine Mauer: Sieg genießend.